So entsteht unser Programm

Backstage bei den GRÜNEN des Kreisverbands Mettmann

Treffen 9.30 Uhr, und das an einem Samstag: Alexandra und Annabell, die beiden Geschäftsführerinnen des Kreises für Fraktion und Partei, haben schon die Plakate im Berufskolleg Hilden auf Tischen verteilt, es sind sechs Gruppentische. „Wirtschaft und Finanzen“ steht darauf oder „Soziales und Sonstiges“.

Top Secret: Die Aktiven GRÜNEN vom Kreisverband diskutieren die Inhalte des neuen Wahlprogramms.

Stimmengewirr und Gruppenbildungen: Tina, Norbert und Andreas diskutieren am Mobilitätstisch über neue Wege: „Wir müssen mehr zusammenarbeiten“, heißt es da, die Kommunen und der Kreis, wenn es um den Öffentlichen Nahverkehr geht, aber auch um Fahrradwege. „Fahrradwege ausbauen und Angsträume beseitigen“, meint Tina. So würden vor allem auch Frauen in den Wintermonaten öfter auf den Sattel steigen.

Wie entsteht eigentlich so ein Programm der politischen Parteien in Deutschland? Für die anderen können wir nicht sprechen, aber bei den GRÜNEN passiert das gemeinsam, demokratisch und digital. An zwei Samstagen treffen sich Kreisvorstand und Fraktion, um die Inhalte zu erarbeiten. Am 12. März stimmt die Mitgliederversammlung über das Programm ab, bis dahin muss der Text fertig sein.

15 Minuten sind vorbei: „Wechsel“, rufen Alexandra und Annabell. So richtig regt sich keiner. Macht nichts, wenn viel Diskussionsstoff besteht, dann kommt auch viel dabei rum.

Wechsel zum Tisch „Soziales und Sonstiges“, wo auch Ina, die Kreissprecherin steht. Sie habe einen Freund beim Arbeitsamt, der da im Hamsterrad stecke. ,,Wir müssen ein Rotationssystem für die Mitarbeiter erarbeiten“, sagt sie und packt den Punkt zu „Sonstiges“. Es sammelt sich Einiges, dass nicht direkt zugeordnet werden kann.

Am Gruppentisch „Digitales“ wird gerade wieder einmal über Netzausbau diskutiert, schließlich ist das ein ständiger Streitpunkt bei den GRÜNEN, da Netzausbau auch immer mehr Masten bedeutet. „Wechsel bitte“, versuchen es noch einmal Annabell und Alexandra.

Die Aktiven beim zweiten Worskshoptag für das Programm 2020.

Nach etwaigen Wechseln und Diskussionen geht es an die Vorstellung der Plakate, dafür hängen wir sie auf. Sie sind jetzt nicht mehr leer, sondern gut befüllt. Hier und da sind neue entstanden, Themen anders sortiert, bunte Akzente mit farbigen Kartonausschnitten draufgeklebt. Wer fängt an?

Roland und Bernhard haben ganz neu sortiert: „Alles steht doch unter dem Begriff Nachhaltigkeit“, sagt Bernhard, unser Fraktionsvorsitzender. Das sollten wir als roten Faden behalten und es müsse vorne mit drauf. Die beiden erklären ihre Säulen, die sich an den 17 Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen orientieren.

Nach der Mittagspause, vegetarische Lasagne, stellt Piet, unser Mann im Vorstand für Digitales, die Plattform „Antragsgrün“ der Partei vor. Hiermit wollen wir arbeiten: Es können online Textdokumente erstellt und von anderen Änderungen beantragt werden. Dafür erhalten alle einen Link. Zuhause wird sich erstmal zeigen, wie viele mit dem System zurechtkommen.

Carsten Nummert vom Kreisvorstand zeigt sein Werk zu den 17 Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen.

Zwei Wochen später sehen wir: Eigentlich gut. Das zeigt der zweite Workshop. Insgesamt sind die einzelnen Unterpunkte bei Antragsgrün gut gefüllt. Der Beamer projiziert die Ergebnisse an die Wand, wieder haben sich alle in der Berufsschule eingefunden, wieder ist Samstag, es gibt Brötchen. Die Kategorien sind befüllt, jetzt geht es an die reine Textarbeit: Dafür stellt Annabell noch einen Leitfaden vor. „Wir wollen Konkretes“, sagt die Kreisgeschäftsführerin, „wenn ihr Menschen kennt, mit den konkreten Problemen, dann schreibt das“. Die Anwesenden sollen zudem sortieren und überlegen, ob die Inhalte schließlich zum Kreis passen. Diesmal sitzen die Mitglieder an den Gruppentischen. Wieder wird lebhaft diskutiert. Wir pflegen unsere Diskussionskultur.

Die Stunden gehen vorbei, die Gespräche ebben nicht ab: Wir sind noch nicht fertig. Aber was wollen wir eigentlich? So digital und konkret wie möglich? „Ich würde davon abraten, die Version nur online zu stellen“, sagt Dirk. Wir bräuchten als Partei ein angemessenes Programm. Alle sind sich einig. Jetzt müssen die Inhalte noch weiter geformt werden, damit sie in dem Programm, egal ob digital oder auf Papier, noch richtig vermittelt werden. Jetzt heißt es nacharbeiten.

Und dann werden alle Mitglieder involviert: Alle Grünen im Kreis erhalten den Link, können Änderungsanträge stellen. Bei der KMV am 12.März werden sie diskutiert und schließlich übers Programm abgestimmt.

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